Maßanzüge statt Konfektionsware

Dynamisches Wachstum mit kundenspezifischen Stromversorgungen

Jährliche zweistellige Zuwachsraten, eigenständig und unabhängig, so stellt sich die Bilanz der inpotron Schaltnetzteile nach 20 Jahren dar. Logisch, dass Unternehmensgründer Hermann Püthe bereits die nächsten Wachstumsschritte im Blick hat. Bis 2020/21 soll die Nutzfläche am Standort Hilzingen fast verdoppelt werden und ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum entstehen.

„Erfolg ist nicht planbar", dieses Fazit zieht Hermann Püthe, Gründer und geschäfts­führender Gesellschafter der inpotron Schaltnetzteile anlässlich des 20-jährigen Fir­menjubiläums. „Natürlich kann man sich Ziele setzen, aber es gibt keine Garantie dafür, diese zu erreichen". Zu Beginn hatte sich Püthe er­ hofft, "dass es schön wäre, wenn wir mal in eine Größenordnung von 10 Millionen Mark kommen würden". Aktuell wird der Stromver­sorgungsumsatz in diesem Jahr die 20-Milli­onen-Euro-Marke erreichen, in der Gruppe liegt der Umsatz inzwischen sogar bei rund 27 Millionen Euro.

Vetrauensvolles Miteinander

Fast nichts geändert hat sich dagegen an der Tätigkeitsbeschreibung, mit der der junge Un­ternehmensgründer am 20. August 1997 sein Gewerbe anmeldete: »Entwicklung, Fertigung, Verkauf und Vertrieb von elektronischen Bau­gruppen und Schaltnetzteilen«. Später kam dann noch Software hinzu, aber letztlich hat sich an der Ausgangssituation nichts geän­dert. „Auch heute kann ich dem Kunden ei­gentlich nicht das Produkt zeigen, das er ha­ben will", meint Püthe, „der Kunde muss uns schon einen Vertrauensvorschuss entgegen­ bringen". Und damit nicht genug. Ein fünf­stelliger Betrag ist notwendig, um mit der Entwicklung zu beginnen. Nach fünf bis sechs Monaten sieht der Kunde dann zum ersten Mal ein Muster seines Produktes. Dann dau­ert es nochmal einige Monate, bis das Produkt in Serienstückzahlen zur Verfügung steht. Kein Wunder, dass bei dieser Ausgangssitua­tion ein Viertel der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig ist und Püthe jährlich 16 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. „Basis unseres Erfolgs ist die vertrauensvolle Zusam­menarbeit", so Püthe, „und die Gewissheit der Kunden, dass wir unsere technische Kompe­tenz dazu einsetzen, für ihre jeweilige Applikation das beste technische Konzept zu realisieren."

Positiver Nebeneffekt dieses Konzepts: Das Empfehlungsmarketing durch die Kunden. Zu deren Zufriedenheit trägt dabei nicht nur die Tatsache bei, „dass es bei uns keine Abkündi­gungen gibt", sondern auch die Tatsache, dass der Großteil der seit 1998 produzierten rund 7 Millionen Stromversorgungen noch aktiv sein dürfte. „Wir entwickeln und liefern Maß­anzüge, keine Konfektionsware", stellt Püthe fest, „und es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass man sich uns auch leisten wollen muss".

Zum Erfolg des Unternehmens dürfte neben der technischen Kompetenz und Zuverlässig­keit auch die Tatsache beigetragen haben, dass sich der Stammsitz Hilzingen in einer traditi­onell vom Maschinenbau geprägten Region Süddeutschlands befindet. Industrielle Anwen­dungen machen heute 50 Prozent des Umsat­zes aus. Zum zweitwichtigsten Umsatzträger hat sich in den letzten zehn Jahren der Bereich LED-Beleuchtungsanwendungen entwickelt. Im Rahmen der inpotron-Firmengruppe be­schäftigt sich die 2008 gegründete Exscitron in Chemnitz mit der Realisierung kundenspe­zifischer LED-Beleuchtungsanwendungen.

Gebäudesystem- und Medizintechnik

In den letzten Jahren haben zudem gebäude­systemtechnische Anwendungen von der Ge­bäudeautomation bis zu Applikationen wie Unterputz-Radios, Rollo- und Jalousiesteuerung oder KNX-Gebäudekommunikation für die inpotron Schaltnetzteile an Bedeutung ge­wonnen. Etwa 15 Prozent des Umsatzes ent­ fallen heute bereits auf diesen Bereich, Ten­denz steigend. Ebenfalls 15 Prozent des Umsatzes entfallen zudem auf den Bereich Medizintechnik. Auch wenn die Anwendungsmöglichkeiten hier ebenfalls zahlreich sind und von der Rehabilitation über die Schönheitsme­dizin bis zur Patientenüberwachung und zur Notfallmedizin reichen, schätzt Püthe die zu­ künftigen Wachstumsmöglichkeiten in diesem Bereich nicht so dynamisch ein wie im Bereich gebäudesystemtechnischer Anwendungen: „Dort hat sich in den letzten Jahren ein ganz neues Anwendungsfeld geöffnet, mit heute noch kaum abschätzbarem Wachstumspoten­zial".

Produkttechnisch deckt inpotron Schaltnetz­teile ein Leistungsspektrum von 0,5 W bis 1 kW ab. Der Umstand, sich als Spezialist für kun­denspezifische Stromversorgungslösungen im­mer wieder in neue Thematiken einarbeiten zu müssen ‑ so werden derzeit pro Jahr etwa 50 neue Projekte angegangen ‑, hat mit dazu geführt, dass man in Hilzingen ein umfassen­des Know-how in Sachen Normen angesam­melt hat. So beschäftigen sich zwei der insge­samt rund 130 Mitarbeiter in Hilzingen mit dem Thema Zulassungen und Richtlinien.

In Summe beläuft sich die Zahl der aktiven Kunden derzeit auf gut 150. Die Top 30 steht für etwa 70 Prozent des Unternehmensumsat­zes. Zu den aktuellen Kunden zählen immer noch solche der ersten Stunde. Ursprünglich als Stromversorgungslieferant für die Spaun electronic (unter dem Namen inpotron Schalt­netzteile firmiert das Unternehmen seit 2008) gegründet, worauf der Ursprungsname Spaun Schaltnetzteile verwies, kamen bereits 1998 die ersten externen Kunden hinzu. Einer davon entwickelte sich in den Folgejahren zum größ­ten Kunden des jungen Unternehmens. Er steu­erte teilweise 50 Prozent zum Umsatz bei. Auch dieser Kunde blieb dem Unternehmen treu und ist noch heute Teil der Kunden­ Top-10.

Etwas verändert hat sich in den letzten Jahren die regionale Umsatzverteilung der inpotron Schaltnetzteile. Beschränkte sich noch vor we­nigen Jahren die Geschäftstätigkeit fast aus­schließlich auf die DACH-Region, so liegt der Umsatzanteil der DACH-Region heute nur noch bei etwa 85 Prozent. „Das hat sich so entwickelt, ohne dass wir das aktiv vorangetrieben hätten", stellt Püthe fest. Ein Parade­ beispiel dafür ist der Fall eines namhaften Elektronikunternehmens in Taiwan, das vor ei­nigen Jahren einen Embedded-Spezialisten in Bayern übernahm. Als plötzlich kontinuierlich die Aufträge aus Taiwan stiegen, ging Püthe der Sache nach. Ergebnis: Von der Qualität und den Kostenvorteilen der kundenspezifischen Netzteile beim übernommenen Unternehmen überzeugt, stellte das taiwanische Unterneh­men schrittweise bei den eigenen Produkten in puncto Stromversorgungen auf die Produk­te aus Hilzingen um.

Fest mit der dynamischen Entwicklung des Un­ternehmens in den letzten zwei Jahrzehnten verbunden sind die Bauaktivitäten. Bereits 2004 war eine Produktionserweiterung um 100 Prozent notwendig. Im Jahr 2008 folgte dann bereits der Umzug ins heutige Firmenge­bäude an der Hebelsteinstraße, 2013 dann die Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums und die Verdoppelung der Nutzfläche auf 6000 m2. Mit Investitionen von 7 bis 8 Millio­nen Euro will Püthe bis 2020/21 den nächsten Erweiterungsschritt tun. In Summe sollen noch einmal 5000 m2 hinzukommen. „Unser Ziel ist es dabei, Teile der Produktion und des Techno­logiezentrums, die heute etwas zerklüftet un­tergebracht sind, wieder zentraler zusammen­zufassen", konkretisiert Püthe die Zukunfts­pläne. Bei deren Umsetzung dürfte auf ihn noch eine besondere Herausforderung zukom­men ‑ das Neubaukonzept sieht ein fünftes Stockwerk vor. „Da werde ich mich wohl in­tensiv mit dem Gemeinderat auseinanderset­zen müssen", ahnt der erfolgreiche Unterneh­mer schon.

Starkes Führungstrio

Kontinuierliche zweistelIige Zuwachsraten über 20 Jahre, weckt das keine Begehrlichkei­ten? „Ja, aber mit durchaus unterschiedlicher Diktion„, antwortet Püthe. So werden ihm im­mer häufiger Unternehmen zum Kauf angebo­ten, gleichzeitig häufen sich die Anfragen gro­ßer, börsennotierter Unternehmen, ob er denn nicht gerne verkaufen würde. Verkaufen, das stellt er unmissverständlich fest, will er nicht. Seit Dezember 2012 wird er in der Geschäfts­führung von Torsten Keinath und Uwe Auer unterstützt; „beide führe ich Schritt für Schritt in neue Verantwortungsbereiche hinein". Er selbst kann sich vorstellen, noch 10, 15 Jahre aktiv die Unternehmensentwicklung voranzu­treiben; danach wird sein branchenerfahrenes Führungsteam die Geschicke des sich weiter in Familienbesitz befindlichen Unternehmens leiten.

Unter dem ihm zum Kauf angebotenen Unter­nehmen befinden sich auch Stromversor­gungshersteller, doch daran hat Püthe kein In­teresse: „Ein solcher Kauf hätte nur das Entstehen einer künstlichen Wettbewerbssitu­ation zur Folge". Als er jedoch vor vier Jahren von einem Nachfolgeproblem bei dem hoch­ spezialisierten Maschinenbauer Zorn in Stockach hörte, griff er zu. Offenbar ein Glücksgriff. Lag der Umsatz im Jahr 2014 noch bei 2 Millionen Euro, wird er 2017 wohl 6 Mil­lionen ausmachen. „Aktuell müssen wir zusehen, dass wir die Mitarbeiter dort nicht mit Aufträgen regelrecht überfahren", stellt Pühte fest. Auf die nach wie vor kontinuierlich stei­gende Auftragslage bei inpotron Schaltnetz­teile hat das Führungstrio in Hilzingen mitt­lerweile auch reagiert: Ab sofort wird im Zweischicht-Betrieb produziert.

Über den Autor:

Hermann Püthe

Geschäftsführender Gesellschafter

+49 7731 9757-0 info@inpotron.com

inpotron Schaltnetzteile GmbH
Hebelsteinstraße 5
78247 Hilzingen

Kontakt

Lernen Sie uns kennen:
persönlich.

inpotron Schaltnetzteile GmbH
Hebelsteinstraße 5
78247 Hilzingen

+49 7731 9757-0

+49 7731 9757-10

info(at)inpotron.com

Standorte ip Service